Eine kieferorthopädische Behandlung begleitet ein Kind oft über Jahre. Am Anfang steht nur eine Kontrolle, ob sich Kiefer und Zähne normal entwickeln. Wird später eine Behandlung nötig, kommen eine lose oder eine feste Zahnspange infrage, bei zu engem Oberkiefer eine Gaumennahterweiterung und für Jugendliche auch Aligner. Am Ende hält ein Retainer das Ergebnis. Nicht jedes Kind braucht jeden dieser Schritte.
Was im Alltag hilft: kurze Kontrollen alle sechs bis zehn Wochen, ein Doppelstuhl für Geschwistertermine und ein eigener Kinderberatungsraum. Die Farbe der Brackets wählt Ihr Kind selbst. Gesetzlich und privat versichert, beides ist bei uns möglich.

Feste Zahnspange für Kinder und Jugendliche
Die feste Zahnspange ist bei Kindern und Jugendlichen der häufigste Weg zu geraden Zähnen. Wir kleben selbstligierende Brackets, die den Bogen ohne kleine Gummis halten, in Metall oder Keramik und ohne Preisunterschied. Neun von zehn Jugendlichen nehmen Metall, meist farbig, und die Farbe kann bei jeder Kontrolle wechseln. Über die Behandlung laufen fünf Bögen mit bewusst geringen Kräften, gewechselt alle sechs bis acht Wochen. In der Regel dauert es eineinhalb bis zwei Jahre.
Lose Zahnspange für Kinder und Jugendliche
Nicht jede Korrektur braucht etwas Festes. Eine lose Zahnspange wird auf die Zähne gesetzt und nicht aufgeklebt, sie kommt zum Sport, zum Musizieren und zum Zähneputzen einfach heraus. Wirken kann sie vor allem, solange der Kiefer noch wächst, und sie bereitet in manchen Fällen die feste Behandlung vor. Gefertigt wird sie über das zertifizierte Fachlabor Klee, auf Basis eines Scans und nicht eines Abdrucks. Bei herausnehmbaren Geräten arbeiten wir mit der Sander-II-Apparatur, weil sie als einzige eine belastbare Studienlage hat.


Retainer und Langzeitstabilität
Nach der Zahnspange ist die Behandlung nicht zu Ende. Zähne neigen dazu, in ihre alte Stellung zurückzuwandern, und dagegen hilft nur ein Retainer. Standard ist bei uns ein feiner Draht auf der Innenseite der Zähne, digital geplant und gebogen. Ist das Rückfallrisiko hoch, kommt zusätzlich eine herausnehmbare Schiene für die Nacht dazu, Ersatzschienen gibt es alle zwei Jahre. Auf eingesetzte Retainer geben wir zwei Jahre Garantie, kontrolliert wird einmal im Jahr. Bricht einer, sehen wir Ihr Kind tagesaktuell.
Aligner für Jugendliche
Aligner sind die nahezu unsichtbare Zahnspange für Jugendliche: durchsichtige Schienen, die die Zähne in kleinen Schritten bewegen. Weil sie zum Essen und Zähneputzen herausgenommen werden, bleibt die Zahnpflege so einfach wie vorher. Dafür verlangen sie Verlässlichkeit: Sie wirken im Mund und nicht in der Schachtel. Wir arbeiten mit SPARK, jede Schiene wird zehn Tage getragen, kontrolliert wird alle acht bis zehn Wochen. Bei jüngeren Kindern im Wechselgebiss finden Schienen zu wenig Halt, dort arbeiten wir mit loser oder fester Zahnspange.


Knirschschiene für Kinder und Jugendliche
Viele Kinder knirschen nachts, und meist ist das vorübergehend und harmlos, gerade im Zahnwechsel. Behandelt wird deshalb nicht das Geräusch, sondern erst dann etwas, wenn sich Folgen zeigen: abgeflachte Zahnkanten, empfindliche Zähne, Verspannungen am Morgen. Ist eine Schiene sinnvoll, wird sie auf Basis eines Scans gefertigt und nachts getragen. Ob sie im Wachstum noch passt, prüfen wir bei den Kontrollen alle sechs bis zehn Wochen mit. Ob sie überhaupt nötig ist, klären wir vorher gemeinsam.
CMD & Kiefergelenkschmerzen bei Kindern und Jugendlichen
Kieferschmerzen, ein knackendes Kiefergelenk oder Beschwerden beim Kauen kommen auch bei Jugendlichen vor. Ziel ist, dass Ihr Kind wieder beschwerdefrei kauen und den Mund weit öffnen kann. Dafür prüfen wir Mundöffnung, Kiefergelenke und Kaumuskulatur und ordnen ein, ob die Beschwerden aus dem Kiefergelenk kommen, aus der Kaumuskulatur oder ob sie eine andere Ursache haben. Zeigt sich ein Befund, beginnt die Behandlung mit den einfachsten Mitteln, also mit einer Schiene und mit Übungen. Alles, was darüber hinausgeht, gehört in dieser Altersgruppe nicht in die erste Wahl.


Miniimplantate & Minipins für Jugendliche
Manche Zahnbewegungen brauchen ein Widerlager, das nicht mitwandert. Dafür setzen wir Minischrauben, in der Kieferorthopädie auch Minipins, Miniimplantate oder TADs genannt: kleine Titanschrauben, die für die Dauer der Behandlung im Knochen sitzen, häufig am Gaumen, und danach wieder entfernt werden. Für Ihr Kind heißt das vor allem, dass ein Außenbogen entfällt und das Ergebnis nicht davon abhängt, wie konsequent Gummizüge getragen werden. Ob Minischrauben für den Befund Ihres Kindes sinnvoll sind, entscheidet die Planung vor dem Behandlungsstart.
Linguale Zahnspange für Jugendliche
Bei der lingualen Zahnspange sitzen die Brackets auf der Innenseite der Zähne, von außen ist davon kaum etwas zu erkennen. Wir arbeiten mit dem WIN-System, und wir sagen offen, für wen es gedacht ist: für einen tiefen Biss, der aus der Kieferstellung selbst kommt. Für die meisten Jugendlichen sind farbige Metallbrackets oder Aligner die passendere Lösung, und das sagen wir Ihnen dann auch. Die ersten Wochen sind eine Umstellung, Zunge und Aussprache gewöhnen sich schrittweise daran.


Frühbehandlung und Gaumennahter-weiterung bei Kindern
Frühbehandlung und Gaumennahterweiterung bei Kindern
Ein erster Blick lohnt sich um das sechste Lebensjahr, behandelt wird aber nur, wenn ein Befund es verlangt. Der Vorteil dieses Zeitfensters: Solange der Kiefer wächst, lässt sich mancher Befund noch ohne Operation lösen. Ist der Oberkiefer zu schmal, verbreitern wir ihn mit einer Gaumennahterweiterung, gegossen auf Basis eines Scans. Ist die Gaumennaht schon verschlossen, gibt es eine im Knochen abgestützte Variante. Für das erste Gespräch gibt es einen eigenen Kinderberatungsraum, terminiert mit einer halben Stunde.
Kieferorthopädische Behandlung planen
Der Intraoralscanner nimmt die Zähne Ihres Kindes in rund drei Minuten auf, ohne Abformmasse und ohne Würgen. Dazu kommen Fernröntgenseitenbild, Panoramaschichtaufnahme und Einzelzahnröntgen im Haus, außerdem ein Fotostatus über das iPad. Geplant wird am Bildschirm, mit Modellanalyse und Simulation, bevor sich ein Zahn bewegt. Was dabei herauskommt, erklären wir Ihnen in der Planbesprechung, verständlich und vor der Entscheidung.


Zahnreinigung mit Zahnspange
Um Brackets und Bogen herum hält sich Belag leichter, und genau daraus entstehen weiße Flecken auf dem Zahnschmelz. Deshalb gehört die professionelle Zahnreinigung zur Behandlung: viermal im Jahr empfohlen und im Behandlungspaket enthalten, mit ausgebautem Bogen und einem Pulverstrahlgerät mit besonders feinem Pulver. Dazu kommt eine Fluoridierung, die sechs bis neun Monate wirkt, und beim Einsetzen zeigen wir Ihrem Kind, wie es Zähne und Zahnspange sauber hält.
